Experiment #1: nie wieder Shampoo! Teil 2 – okay kein Shampoo – und jetzt?

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In dem ersten Teil der „nie wieder Shampoo!“-Serie habe ich bereits von den Nachteilen des Haarwaschmittels berichtet. Teil 2 soll sich einigen Alternativen beschäftigen, denn so ganz ohne geht es für manche dann doch nicht, oder doch?

Teil 1: warum shampoofrei?

Teil 2: okay kein Shampoo – und jetzt?

Teil 3: die Leidensgeschichte meiner Haare

Teil 4: Review der Savion Haarwaschseifen

Teil 5: meine Haarpflegeroutine

Waschnüsse:

Aus den Nüssen des Waschnussbaums lässt sich mit wenig Aufwand ein mildes Shampoo herstellen. Dazu werden ca. 8-10 Waschnusshälften mit 400 ml Wasser und einer Messerspitze Zitronensäure oder etwas Essig in einer leeren Kunststoff-Flasche vermischt. Nach ein bis zwei Tagen kann das „Shampoo“ verwendet werden. Die Brühe wird auf den angefeuchteten Haaransatz gegeben und nach einer längeren Einwirkzeit sehr gründlich ausgewaschen. Eine Schaumbildung bleibt allerdings aus.

Hier könnt ihr sie bekommen:

Waschnüsse sind in einigen Bio-Läden, Reformhäusern, Drogerien und im Internet erhältlich.

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Henna:

Neutrales Henna eignet sich sehr gut zum Reinigen der Haare. Zu beachten ist allerdings, dass Henna eigentlich ein Färbemittel ist und auch neutrales Henna bei sehr hellem Haar einen Rotstich hinterlassen kann. Das Pulver wird in der Regel mit heißem Wasser angerührt und entweder auf trockenes oder feuchtes Haar gegeben. Nun muss es mindestens eine halbe Stunde einwirken und danach gründlich ausgespült werden. Henna weist einen hohen Gerbsäureanteil auf, schließt dadurch die Schuppenschicht der Haare und bringt sie zum Glänzen. Es wirkt außerdem antibakteriell und kann Abhilfe schaffen bei Schuppen und fettigem Haar. Allerdings ist der Aufwand doch enorm und eignet sich damit nicht für die tägliche Haarwäsche.

Hier könnt ihr es bekommen:

Henna ist mittlerweile in vielen Drogerien, Kaufhäusern, aber vor allem in Bio-Läden und Reformhäusern erhältlich. Kann aber natürlich auch im Internet bestellt werden.

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Haarwaschseifen:

Für die Haarwäsche eignen sich natürliche Seifen auf verseiften Ölen mit einem Überfettungsgrad (der Überschuss an Ölen pflegt die Haare und Haut). Die Seife wird entweder direkt auf der sehr gut angefeuchteten Kopfhaut gerieben, bis eine große Menge Schaum entsteht, oder in den Händen aufgeschäumt. Der Schaum muss gut einmassiert werden und anschließend sehr gründlich ausgewaschen werden. Eine saure Rinse nach jeder Haarwäsche empfiehlt sich, da sonst die Gefahr von Kalkseifenbildung besteht, was zu stumpfem und strähnigem Haar führen kann. Die Anwendung ist durchaus praktisch.

Hier könnt ihr sie bekommen:

Ich verwende zur Zeit Haarwaschseifen von Savion.De, aber zum Beispiel auch WolkenSeifen bietet selbst hergestellte Seifen an. Auf Hilla Naturkosmetik könnt ihr Seifen der skandinavischen Naturkosmetik Marke Flow bestellen. Ansonsten fragt einfach in eurem Bio-Laden oder Reformhaus nach. Aleppo-Seifen können unter anderem bei Amazon bestellt werden, sind aber auch oft in Bio-Läden und ähnlichem erhältlich.

Die Dr. Bronner Seifen können unter anderem auf Asos.De, Stories.Com, bestellt werden und sind teilweise in Bio-Läden, sowie in den veganen Supermärkten Veganz erhältlich.

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Lavaerde:

Lavaerde stellt dank der guten Reinigungseigenschaften mit Wasser angerührt eine gute Alternative zu Shampoo dar. Am besten reinigt Lavaerde aus Hectorit. Bei der Haarwäsche entsteht kaum Schaum, dennoch werden die Haare mild entfettet. Wie bei eigentlich allen Methoden müssen sich die Haare und die Kopfhaut zunächst an die Umstellung gewöhnen. Lavaerde wird mit circa der gleichen Menge lauwarmen Wasser angerührt und aufgequellt. Die Paste wird bei der Haarwäsche auf dem angefeuchteten Haaransatz verteilt und nach einigen Minuten Einwirkungszeit gut ausgewaschen. Nicht zu empfehlen ist diese Methode bei chemisch gefärbten Haaren und bei dauergewelltem Haar, da die Schuppenschicht der Haare in diesem Fall bereits angegriffen ist und sich Partikel der Lavaerde im Haar anlagern können. Nach der Haarwäsche kann es zu statisch aufgeladenem Haar kommen.

Hier könnt ihr sie bekommen:

Lavaerde ist in Pulverform, sowie in bereits angerührter Form in Bioläden, in Reformhäusern und im Internet erhältlich. Nicht verwechseln mit Heilerde.

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Natron:

Bei dieser Methode stellt man sein Shampoo quasi selbst her. Je nach Haarlänge mischt man circa einen Esslöffel Natron mit einer Tasse (250ml) heißem Wasser und lässt das ganze kurz ziehen. Bei der Haarwäsche wird die Mischung gleichmäßig auf die Haare gegeben und nach kurzem Einwirken gründlich ausgewaschen. Im Gegensatz zu Shampoo schäumt diese Mischung nur ganz leicht, reinigt die Haare dennoch gründlich. Danach empfiehlt sich eine saure Rinse mit Apfelessig (ca. 1 EL Essig auf 1L Wasser bzw. 1 TL auf 250ml Wasser), denn Apfelessig wirkt basisch und bringt die Haare zum Glänzen. Natron gehört eher zu den aggressiven Methoden und sollte daher nicht zu häufig angewandt werden. Vorsicht ist auch geboten bei gefärbten Haaren, denn Natron befreit das Haar nicht nur gründlich von Schmutz und Silikonen, sondern kann dem Haar auch Farbe entziehen.

Hier könnt ihr es bekommen:

Natron ist in den meisten Supermärkten erhältlich – nicht zu verwechseln mit Backpulver.

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Conditioner:

Statt Shampoo werden die Haare mit Wasser gewaschen und Conditioner in die Haare gegeben. Dieser wird nach kurzem Einwirken wieder ausgewaschen. Diese Methode ist zwar schonender, doch enthalten herkömmliche Spülungen ebenfalls oft gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe, oder Stoffe, die die Haare auf Dauer austrocknen.

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Wasser:

Bei dieser Methode werden die Haare nur mit Wasser gereinigt. Schmutzpartikel werden somit schonend aus den Haaren entfernt, ohne die Kopfhaut zu reizen. Am Anfang wird sich die Kopfhaut allerdings erst umstellen müssen. Noch produziert sie wegen des aggressiven Shampoonierens zu viel Talg, die Produktion wird aber mit der Zeit angepasst und reguliert. Diese Methode eignet sich sehr für strapaziertes Haar und eine empfindliche Kopfhaut, da sie sehr schonend ist, aber dennoch für ein gewisses Frischegefühl sorgt. Aber auch hier sollte nicht unbedingt jeden Tag gewaschen werden.

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Sebum Only:

Die Sebum Only Methode geht noch einen Schritt weiter: die Haare werden gar nicht gewaschen. Sebum ist der körpereigene Hauttalg, der die Haare und Kopfhaut schützt. Durch das ständige Waschen, muss der Körper mehr und mehr Talg produzieren, die Haare fetten schneller nach. Die Methode basiert darauf, dass mehrmals am Tag die Haare gebürstet werden, am besten mit Naturhaarborsten, oder die Kopfhaut mit den Finger massiert wird, damit der Talg im ganzen Haar verteilt wird und alles mit dem Schutzfilm bedeckt ist.

Diese Methode beinhaltet eine lange Eingewöhnungszeit, in der die Haare auch mal alles andere als perfekt aussehen können. Dennoch ist sie wohl die schonendste, natürlichste und sinnvollste von allen.

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Alternativen für Kuren, Spülungen etc:

Ich verzichte nicht nur auf Shampoo, sondern auch auf andere herkömmliche Haarpflegeprodukte. Kuren enthalten oft Alkohol und zusätzlich Sulfate, was die Haare auf lange Sicht austrocknen kann. Ganz zu schweigen von Silikonen, die uns suggerieren sollen, dass unsere Haare gesund sind. Besonders bei konventionellen Produkten sind meist andere Chemikalien enthalten wie PEGs und Paraffine, die ebenfalls gesundheitsschädlich sind.

Allgemein gilt, wer kein Shampoo benutzt, braucht auch an sich keine zusätzliche Pflege. Denn erst die „Nebenwirkungen“ des Shampoos und zu häufiges Styling haben diese Pflegeartikel notwendig gemacht.

Meine Haare wurden allerdings lange blondiert und sind daher sehr strapaziert. Als Ersatz für Kuren empfehle ich natürlich Öle wie Olivenöl, Arganöl, Kokosöl usw., die für eine bestimmte Zeit einwirken und dann ausgewaschen werden oder auch ins noch feuchte Haar nach der Wäsche gegeben werden. Weniger ist auch hier mehr!

Statt einer Spülung eignen sich sehr gut saure Rinsen.

Mehr dazu folgt in Teil 5, wo ich meine Haarpflegeroutine genau erklären werde.

 

Quellen:

Kosmetik-Vegan.De

Langhaarnetzwerk

LanghaarWiki

signatur

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6 Gedanken zu “Experiment #1: nie wieder Shampoo! Teil 2 – okay kein Shampoo – und jetzt?

  1. Kleine Anmerkung:
    Unter dem Abschnitt „Natron“ hast du irgendwo geschrieben, dass die Apfelessigrinse basisch ist. Das stimmt aber nicht, genau das gegenteil ist nämlich der Fall: Sie ist sauer.

    Sonst eine sehr interessante Übersicht über all die Alternativen!

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